Ein Hausmeister für alle Fälle
Wie sieht der Alltag im Leben eines Hausmeisters bei der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH aus? Hausmeister Henry P. nimmt uns mit in seinen Arbeitsalltag in Berlin und erzählt, was er sich für die Zukunft wünscht.
Wir treffen Hausmeister Henry P. an der U-Bahn Haltestelle Weberwiese und laufen zu einem Berliner Hochhaus im Quartier. Im Haus geht es direkt hoch hinaus mit einem Aufzug. Henry hat einen auffällig großen Schlüsselbund dabei und verschafft uns Zugang zum Dach des Hauses. Die Tür zum Wintergarten geht auf und uns offenbart sich ein beeindruckender Blick über Berlin. Der Sechzigjährige ist seit dreieinhalb Jahren als Hausmeister bei der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH angestellt und betreut über 570 Wohneinheiten im Friedrichshain.
Das Hochhaus an der Weberwiese ist eines seiner Lieblingsobjekte, erzählt er, und man versteht sofort, warum: Der neoklassizistische Bau mit seinen klaren Linien, dem Fries mit sozialistischer Symbolik und einem Zitat von Bertolt Brecht über dem Eingang ist wirklich ein ganz besonderer Ort. Zudem ist das in den 1950er Jahren gebaute Wohnhaus auch das älteste Hochhaus im Besitz der WBM. Obwohl die Bezeichnung „Hochhaus“ nach heutigen Maßstäben vielleicht nicht mehr ganz passt, war das Haus das erste prestigeträchtige Bauprojekt in der ehemaligen DDR und gilt als Vorbild für die Bauwerke an der nahegelegenen Karl-Marx-Allee.
„Ein Fitnessstudio brauche ich definitiv nicht, denn ich bin den ganzen Tag auf den Beinen und zwischen meinen verschiedenen Objekten hier im Quartier unterwegs.“
Anpacken und loslegen: der Problemlöser im Quartier
Hausmeister Henry P. ist hier für die Zufriedenheit der Mieter*innen zuständig und als Problemlöser bei Störungen und Fragen tätig, wie er seine Tätigkeit schmunzelnd selbst beschreibt. Seine Mission im Arbeitsalltag: sich dafür einzusetzen, dass alles in einem wohnlichen und ordentlichen Zustand bleibt und die Mieter*innen glücklich sind. Und das scheint ihm und seinem Team sehr gut zu gelingen. Das Quartier um die Weberwiese – inklusive einem kleinen Park, der jetzt im Sommer voller Blumen ist und in dessen Mitte ein Springbrunnen sprudelt – ist beliebt und blitzsauber.
Regelmäßige Rundgänge gehören zum Arbeitsalltag
Zu den Aufgaben von Hausmeister Henry gehören regelmäßige Rundgänge durch die Häuser, um zu kontrollieren, ob vor Ort alles in Ordnung ist. Und wenn etwas nicht stimmt? „Dann melde ich das sofort dem WBM-Reparaturservice“, erklärt er. Kleinere Arbeiten wie das Wechseln von Glühbirnen übernehmen der gelernte Elektriker und seine Hausmeisterkolleg*innen auch selbst. Sein damaliger Lehrmeister fand den Ausdruck „Glühbirne“ allerdings überhaupt nicht witzig, erinnert er schmunzelnd, „er sagte dann immer zu uns, ‚Birnen gibt es auf dem Obst -und Gemüsemarkt!‘ Das habe ich nie vergessen, obwohl es schon so lange her ist“. Ansonsten kümmert er sich beispielsweise um die Instandhaltung von leerstehenden Wohnungen, bereitet Wohnungen für neue Mieter*innen vor, nimmt bei Auszug Wohnungen ab und sorgt dafür, dass die Grünanlagen und Gehwege im Quartier in einem ordentlichen Zustand bleiben.
Was mag Hausmeister Henry besonders an seinem Job? „Die Arbeit macht mir Spaß und ich komme sehr gut mit meinen Kolleg*innen bei der WBM zurecht.“ Auch der gute Kontakt mit den Mieter*innen sei ihm wichtig, so Henry. „Natürlich gibt es manche, denen man es nie recht machen kann, aber das gehört dazu.“
Zu Besuch in den Laubenganghäusern an der Karl-Marx-Allee
Inzwischen haben wir die Dachterrasse des Hochhauses an der Weberwiese verlassen und sind ein paar Ecken weiter in eines der Laubenganghäuser an der Karl-Marx-Allee gezogen. Henry steht in seiner blauen Arbeitsmontur auf einer Leiter und wechselt eine Glühbirne. Auch wenn die Laubenganghäuser, die ebenfalls in den frühen 1950er Jahren erbaut wurden, nicht ganz so prunkvoll sind wie viele der Nachbarhäuser, sind sie etwas Besonderes und stehen unter Denkmalschutz. Vor den Wohnungen erstrecken sich die langen, rostrot gestrichenen Laubengänge entlang der Karl-Marx-Allee. Von dort hat man einen Blick auf einen weiteren kleinen Park auf der gegenüberliegenden Seite.
„Ich finde es wichtig, dass unsere älteren Mieter*innen nicht vergessen werden. Wir werden alle einmal älter und brauchen dann unter Umständen Hilfe und Unterstützung von anderen.“
Nicht nur Prestigeobjekte verdienen Aufmerksamkeit
Geschickt dreht Henry die neue Glühbirne in die Lampe und klettert wieder von der Leiter. Auf die Frage, was er bei der Arbeit anders machen würde, wenn er könnte, erklärt er, dass er sich wünschen würde, dass auch die Objekte in seinem Quartier, die keine Prestigeobjekte sind, gut instandgehalten werden. „Seit drei Jahren kämpfe ich darum, dass die Fassade eines Sozialbaus hier um die Ecke neu gestrichen wird. Leider soll das finanziell nicht möglich sein. In dem Gebäude gibt es auch Gewerbetreibende, die mit dem Anblick sehr unzufrieden sind.“ Auch die älteren Menschen im Quartier liegen ihm am Herzen „Wir werden alle einmal älter und brauchen dann unter Umständen Hilfe und Unterstützung von anderen.“
Ein beliebtes Objekt: eine freie Wohnung in Berlin
Weiter geht’s zur nächsten Aufgabe: In einem Haus um die Ecke muss eine leerstehende Wohnung betreut werden. Auch hier: ein beeindruckendes neoklassizistische Gebäude mit sozialistischem Fries über dem Haupteingang. Bis die Wohnung neu vermietet wird, schauen die Hausmeister*innen regelmäßig nach dem Rechten, lüften die Räume und lassen mal den Wasserhahn laufen. Die geräumige Zweizimmerwohnung mit dem kleinen Balkon wird sicher nicht lange leer stehen, denn sie ist auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt ein echter Hauptgewinn.
Karriere bei der WBM
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Lustige Geschichten aus dem Leben eines Hausmeisters
Für eine kurze Pause setzt sich Henry vor dem Haus in eine kleine Gartenanlage mit Beeten und einem Sandkasten und hat noch viele Geschichten aus seinem Arbeitsalltag auf Lager. Leicht absurde Begebenheiten sind dabei nicht selten, meint er lachend: „Einmal hat mir ein Mieter völlig unbekleidet die Tür geöffnet. Das war ein etwas eigenartiger Anblick.“ So wohlgesonnen Henry den Mieter*innen auch ist, irgendwann ist allerdings Schluss: „Was mich ärgert, ist, wenn die Mieter*innen es nicht schaffen, ihren Restmüllbeutel zur Mülltonne zu bringen, sondern ihn einfach vor der Wohnungstür abstellen oder auf die Grünfläche vor dem Haus werfen.“ Er hat auch das Gefühl, dass sich die Stimmung zwischen den Mieter*innen in den letzten Jahren verändert hat, und dass sich gerade die älteren Menschen heute nicht mehr so unbesorgt aus dem Haus trauen wie früher. Dabei können alle gemeinsam dazu beitragen, dass sich alle im Haus wohlfühlen, in dem sie aufeinander achten – und den Müll einfach in den passenden Behälter werfen.
Das wünscht sich Henry für die Zukunft Berlins
Insgesamt ist Henry sehr froh über seinen Job, der ihm Spaß macht und ihm die Möglichkeit gibt, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Was er sich für die Zukunft der Stadt erhofft? „Ich würde mir wünschen, dass die Mieter*innen auch selbst dafür sorgen, dass ihre Umgebung in einem guten Zustand bleibt.“ Und für seine eigene Zukunft? „Ich hoffe, dass ich bis zu meiner Rente in vier Jahren bei der WBM arbeiten und meine Erfahrung einbringen darf.“ Und damit verabschiedet sich Hausmeister Henry mit einem zufriedenen Lächeln in die wohlverdiente Mittagspause.






