
Stadt machen
Neue Stadtteilbibliothek in Hakenfelde: Ein Ort für alle
Mit der neuen Stadtteilbibliothek in Berlin Spandau ist weit mehr entstanden als ein Ort für Bücher. Das Projekt steht beispielhaft für eine moderne Stadtentwicklung. Ein Blick hinter die Kulissen mit Architekt Guido Schneider.
Die Wasserstadt Berlin-Oberhavel in Spandau-Hakenfelde ist im Wandel. Zwischen viel Wasser und Brückenpfeilern entsteht hier ein neues Quartier mit eigener Bibliothek. Im Oktober 2025 übergab WBM-Geschäftsführer Lars Dormeyer symbolisch den Schlüssel an Stadträtin Dr. Carola Brückner, im August 2026 soll die Bibliothek dann ihre Türen öffnen.
Die neue Stadtteilbibliothek Hakenfelde lädt zum gemeinsamen Treffen und Lernen ein. Sie dient als Modell für zukunftsorientierte Bibliothekskonzepte, die gesellschaftliche Teilhabe und Demokratieförderung in den Mittelpunkt stellen.
Dr. Carola Brückner, Stadträtin
Viele Ideen, ein gemeinsames Ziel
Als geschäftsführender Gesellschafter im Architekturbüro wiechers beck und partner begleitet Guido Schneider Projekte von der Skizze bis zur Fertigstellung. Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern auch darum, viele Anforderungen zusammenzubringen. In Hakenfelde sind das rund 350 Wohnungen, eine Kita, Gewerbeflächen und die Stadtteilbibliothek. Alles auf rund 1.300 Quadratmetern mit Blick auf die Havel und in unmittelbarer Nähe zur Wasserstadtbrücke. „Die Herausforderung war, daraus ein funktionierendes Quartier zu machen“, so Guido Schneider.
Von der Skizze bis zur Schlüsselübergabe
Am Anfang stehen viele Fragen: Wo kommt was hin? Wie bewegen sich Menschen durch das Quartier? Wo entstehen Begegnungsorte? Daraus entwickeln sich Schritt für Schritt konkrete Pläne: Grundrisse, Fassaden, Technik. Und selbst dann ist noch lange nicht alles entschieden. Immer wieder wird abgestimmt: mit Behörden, Fachplaner*innen und Bauunternehmen. „Man kann sich das wie ein ständiges Weiterentwickeln vorstellen“, sagt Schneider. „Ein Projekt verändert sich bis zum Schluss.“
Nachhaltig heißt: lange gut nutzbar
Auch das Thema Nachhaltigkeit steht für das Architekturbüro bei der Entwicklung immer im Fokus. Das bedeutet für Schneider weit mehr als Energieeffizienz: „Ein Gebäude ist dann nachhaltig, wenn es lange gut funktioniert“, sagt er. Also wenn es robust ist, wenig Wartung braucht und flexibel bleibt. Deshalb wurde in Hakenfelde bewusst auf langlebige Materialien und klare Strukturen gesetzt. Ziel war, ein anspruchsvolles Gebäude und einen verlässlichen Ort für den Alltag zu schaffen.
Eine gute Stadtteilbibliothek ist mehr als ein Ort für Bücher. Sie ist ein offenes Haus für Bildung, Begegnung und Aufenthalt. Wenn Architektur dazu beiträgt, Berührungsängste abzubauen und ein selbstverständlicher Ort der Nachbarschaft wird, dann ist sehr viel erreicht.
Guido Schneider, Architekturbüro wiechers beck und partner
Die Bibliothek als „Dritter Ort“
„Wir wollten die Bibliothek ganz bewusst in das Quartier integrieren“, erklärt Guido Schneider. Genau das zeigt sich in der Gestaltung. Offene Räume, niedrige Schwellen und eine einladende Atmosphäre. Die Idee dahinter ist einfach: Räume zu schaffen, die Menschen nutzen. Die Bibliothek ist ein sogenannter „Dritter Ort“ – offen für alle Generationen. Neben rund 15.000 Medien gibt es Makerspaces, Workshops und vielfältige Angebote zum Mitmachen. So wird sie zu einem lebendigen Treffpunkt im Kiez – für Familien, Kinder und alle aus der Nachbarschaft.
Mit der Stadtteilbibliothek Hakenfelde entsteht im Norden Spandaus ein neuer Ort für Bildung, Begegnung und Kultur. Wir freuen uns, als WBM mit diesem Bauprojekt nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern auch ein Stück soziale und kulturelle Infrastruktur für das Quartier zu schaffen.
Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM
Architektur, die verbindet
Diese Offenheit mit den anderen Nutzungen des Quartiers zu verbinden, war eine Herausforderung. Während Wohnungen Rückzug und Ruhe brauchen, lebt die Bibliothek von Öffentlichkeit und Bewegung. Beide zusammenzubringen, ohne dass es sich gegenseitig stört, ist eine der architektonischen Besonderheiten des Projekts. „Jede Nutzung hat ihre eigene Identität“, sagt Guido Schneider. „Und trotzdem entsteht ein gemeinsames Quartier“.





