Stadt machen

Die Spandauer Vorstadt in Berlin

Die Spandauer Vorstadt gehört zu den lebendigsten Quartieren Berlins. Historische Höfe, Kulturorte und Wohnhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten prägen das Viertel – darunter auch die „Altstadtplatten“, die nun unter Denkmalschutz stehen.

Außenansicht des Wohnhauses Linienstraße 193, Teil des Denkmals Spandauer Vorstadt

Neubauten im historischen Mitte

Zwischen Hackeschem Markt, Rosenthaler Platz und Schönhauser Allee findet sich ein Juwel der Berliner Stadtgeschichte: die Spandauer Vorstadt. In den 1980er-Jahren standen hier viele Grundstücke leer. Kriegsschäden und Abrisse hatten Baulücken hinterlassen, der historische Stadtgrundriss war an vielen Stellen unterbrochen. Zwischen 1984 und 1989 wurden diese Lücken im Zuge einer groß angelegten Stadtplanung geschlossen. Neue Wohn- und Geschäftshäuser entstanden – in industrieller Bauweise, aber mit besonderem Anspruch: Sie sollten sich in die Altstadtstruktur einfügen.

In den 1980er Jahren wurde die behutsame Erneuerung der historischen Stadt international zum Leitbild einer neuen Bau- und Planungspraxis. Nur in Berlin haben wir das große Glück, dass sich herausragende Bauprojekte aus Ost und West an einem Ort erhalten haben. Dieses gemeinsame Erbe zu erhalten und zu vermitteln ist eine besondere Aufgabe und Verantwortung, der wir uns gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern bei der WBM gerne stellen.
Dr. Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamts Berlin

Ein Stück Stadtgeschichte

Auf den ersten Blick erinnern die Gebäude an typische DDR-Plattenbauten. Doch die Gebäude greifen auch typische Merkmale der historischen Innenstadt auf: geschlossene Straßenräume sowie Erdgeschosse mit Läden und Einrichtungen für das Quartier. Damit flossen sie in den Look der Berliner Altstadt ein. 

Die WBM ist mit der Stadtgeschichte Berlins tief verbunden: nahezu 25 Prozent der denkmalgeschützten Gebäude gehören zum Bestand. Insgesamt 28 der Wohnhäuser in der Spandauer Vorstadt stehen heute unter Denkmalschutz. Sie befinden sich in der Münzstraße, Torstraße, Linienstraße, der Dircksenstraße sowie in der Alten und Neuen Schönhauser Straße. 

Mehrstöckige Wohngebäude in Plattenbauweise mit dunkelbraunen, grauen und beigen Fassaden. Sie stehen in einer ruhigen und grünen Umgebung. Auf der Straße stehen einige Autos. Ein Radfahrer fährt an den Gebäuden vorbei.
Anders als klassische Plattenbauten wurden die Gebäude der Spandauer Vorstadt individuell gestaltet.
Die Fassaden zweier Häuser: die eine aus grauem Beton, die andere aus orangenen Backsteinen. Davor steht eine Laterne in historischem Stil.
Etwa mit unterschiedlichen Fassaden, Dachformen und Fenstern.
Ein mehrstöckiges Eckgebäude mit Ladenfronten im Erdgeschoss. Im Vordergrund sind Straßenbahnschienen und eine Ampelkreuzung.
Anders als ihr Name vermuten lässt, liegt die Spandauer Vorstadt in Berlin-Mitte.

Plattenbauten mit besonderem Wert

Die „Altstadtplatten“ stehen für den Versuch, industrielle Bauweisen mit historischer Stadtstruktur zu verbinden. Die Spandauer Vorstadt zeigt, wie kaum ein anderer Ort in Berlin, wie unterschiedlichste Epochen zusammenwirken: historische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Gründerzeitarchitektur, Nachkriegsmoderne – und nun auch die „Altstadtplatten“ der 1980er-Jahre als Denkmal.