Kiezgeschichten

Berolinastraße: Wohnungen für lesbische Frauen in Berlin

Im Gespräch mit Jutta Brambach erfahren wir, wie ein queeres Wohnprojekt in Berlin, einen Ort für mehr Miteinander schaffen möchte.

Unsere Hauptstadt ist groß, bunt und vielfältig – nicht mehr lange und in der Stadt werden rund 4 Millionen Menschen leben. Berlin ist in der Welt für seine Offenheit bekannt, jede*r darf so sein, wie sie oder er möchte. Im Schlafanzug zum Bäcker? Mit der Katze eine Runde Gassi im Park? Kein Problem, die einzigen die verwundert gucken werden sind vermutlich Tourist*innen. Doch wie sieht es beim Wohnen aus? Haben Sie sich schonmal gefragt, welche Barrieren es da geben könnte?

Wir versuchen einen Ort zu schaffen, an dem man diskriminierungsfrei leben und sich begegnen kann.
Jutta Brambach, RuT – Rad und Tat Berlin gGmbH
Eine Frau steht hinter einer langen Tischreihe mit blauer Tischdecke. Sie ist im Gespräch mit einer Frau im Rollstuhl, die vor dem Tisch sitzt. Auf dem Tisch liegen zahlreiche Infomaterialien und Sticker mit Regenbogenfarben.
Jutta Brambach im Gespräch auf dem Sommerfest von RuT.
Drei Personen stehen nebeneinander auf einer Baustelle und lächeln in die Kamera. Hinter ihnen ist ein Gebäude im Bau zu erkennen, an dem ein Plakat mit der Aufschrift WBM und eine Regenbogenflagge hängt.
Ephraim Gothe (Baustadtrat Berlin-Mitte), Jutta Brambach (RuT) und Steffen Helbig (WBM) auf dem Frühlingsfest in der Berolinastraße.
Blick auf die Fassade eines hell gestalteten Wohngebäudes.
Der moderne Neubau in der Berolinastraße steht und bald können die Mieter*innen einziehen.

Inklusives Wohnen und Leben für Lesben

Lesbische Frauen haben für gewöhnlich keine Lobby, das weiß auch Jutta Brambach ganz genau, die wir zu einem Gespräch treffen. Sie ist Geschäftsführerin und Projektleiterin der RuT – Rad und Tat Berlin gGmbH und betreut den Neubau in der Berolinastraße, der in Kooperation mit der WBM als Bauherrin entstanden ist. Gemeinsam mit Ihren Kolleginnen setzt sie sich für mehr Sichtbarkeit und diskriminierungsfreies und generationenübergreifendes inklusives Wohnen und Leben für Lesben ein.

Mit dem Start der Vermietung entsteht mitten in Berlin ein Zuhause für lesbische und queere Frauen. Gemeinsam mit Rad und Tat Berlin machen wir aus einer Idee ein bundesweit einmaliges Projekt, das Vielfalt, Inklusion und nachbarschaftliches Miteinander sichtbar macht. Der Weg bis zur Fertigstellung war lang und komplex – unser Dank gilt allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben.
Steffen Helbig, Geschäftsführer der WBM
Luftaufnahme eines modernen Wohnhauses im Bau. Um den Neubau herum befinden sich einige Bäume und weitere große Wohngebäude.
Die Berolinastraße und das neue Wohnhaus von oben.
Luftaufnahme über Berlin: zahlreiche Wohnhäuser sind von oben zu sehen, in direkter Nachbarschaft zum Fernsehturm.
Von oben erkennt man auch gut, wie zentral der Neubau gelegen ist.
Rendering eines modernen Neubaus. Das Gebäude hat eine weiße Fassade und die Wohnungen an der Frontseite haben alle Balkone. Die Umgebung ist städtisch mit mehreren Bäumen.
Das Rendering aus dem Architekturbüro zeigt, was inzwischen Wirklichkeit ist: das besondere Wohnprojekt in der Berolinastraße.

Das Lesbenwohnprojekt in Berlin-Mitte

In der Berolinastraße in Berlin-Mitte entsteht nun genau deshalb ein ganz besonderes Wohnprojekt in Kooperation von RuT und der WBM. In dem modernen Neubau finden sich zukünftig nicht nur 74 Mietwohnungen (61 davon barrierefrei), sondern auch ein Kiezcafé, Beratungsräume und viel Platz für Veranstaltungen und gemeinsame Treffen. Über die Hälfte der Wohnungen sind außerdem öffentlich gefördert, so sind Einstiegsmieten ab 7 Euro pro Quadratmeter möglich (mit WBS 100/140, WBS 180). Der Vorschlag für Mietende kommt über RuT, Vertragsabschlüsse werden dann über die WBM abgewickelt.

Dann kommen Menschen unbefangen zusammen und quatschen mit uns über alles mögliche. Wie wir jeweils leben, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Und ich glaube das ist ganz wichtig mitzubekommen: uns unterscheidet eigentlich nicht viel.
Jutta Brambach

Ein Ort für alle: vorbeikommen, mitmachen, ankommen

Wenn die ersten Mieterinnen ihre Wohnungen bezogen haben und das Café im Erdgeschoss geöffnet ist, ist die Berolinastraße vor allem auch eines: ein Ort für alle. Auch Jutta Brambach ist es wichtig zu betonen, dass jede*r willkommen ist. Neben einem Kaffee wird es vor Ort auch Veranstaltungen geben, die für alle zugänglich sind und auch eigene Ideen dürfen eingebracht werden. Sie wollten schon immer einen Yoga- oder Theaterkurs (oder etwas ganz anderes) anbieten? Dann melden Sie sich doch gerne mal vor Ort oder direkt bei RuT