Stadt machen

Mollstraße im Wandel: Berlin erfindet sich neu

Die Mollstraße liegt nur wenige Minuten vom Trubel des Alexanderplatzes entfernt und ist eine der Hauptverkehrsstraßen Berlins. Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar. Wer genauer hinschaut bemerkt, hier ist einiges in Bewegung.

Neun Personen stehen bei strahlendem Sonnenschein auf einer Baustelle und lächeln in die Kamera. Hinter ihnen sind Erdhügel und ein großer gelber Kran zu sehen.

Wo heute ein breite Verkehrsachse verläuft, lag bis 1920 die ehemalige Königsstadt, eine dicht bebaute Berliner Vorstadt mit Mietshäusern, Werkstätten und kleinen Straßen. 

Heute gilt die Mollstraße in Berlin Mitte und Friedrichshain als Paradebeispiel für DDR-Stadtplanung. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war ein Großteil des Gebiets um den Alexanderplatz stark zerstört. Vieles musste neu gedacht werden. 

Die Mollstraße entstand in ihrer heutigen Form erst in den 1960er Jahren. Sie war Teil einer Vision für Berlin, die großzügig, funktional und auf Verkehr ausgelegt sein sollte. Bis heute prägen Plattenbauten und breite Fahrbahnen mit Tram-Schienen das Bild. Und doch zeigt sich gerade hier, wie sich eine Stadt weiterentwickelt.

Verborgene Geschichten in der Mollstraße 

Wer die Mollstraße entlang läuft, hat immer wieder freie Sicht Richtung Fernsehturm. Denn die Straße führt als Verlängerung der Torstraße bis zum Platz der Vereinten Nationen, vorbei am Volkspark Friedrichshain und dem Barnimkiez. Und verbindet so ganz unterschiedliche Stadträume miteinander. Dabei beherbergt sie nicht nur zahlreiche Wohnhäuser, sondern auch Hotels, Restaurants und Orte mit Geschichte. So auch einen Gedenkstein, der an die Ermordung von Jüdinnen und Juden im Jahr 1510 erinnert. Die Geschichte der Mollstraße reicht also bis in das spätmittelalterliche Berlin zurück. 

Neuer Raum für Kreative und Unternehmen 

Auch das Hochhaus in der Mollstraße 1 ist geschichtsträchtig. Bis 1992 war das neunstöckige Gebäude Sitz der DDR-Nachrichtenagentur ADN. Der Komplex umfasst ein zehnstöckiges Hochhaus und einen niedrigeren Anbau, in dem das Zentralbildarchiv untergebracht war. Wo einst Nachrichten produziert wurden, ist heute neues Leben eingezogen. Auf rund 15.000 Quadratmetern sind flexible Räume für Kreative, Unternehmen und Veranstaltungen entstanden. 

10.000 neue Wohnungen für Berlin

Faire Mieten, begrünte Dächer und ressourcenschonendes Bauen: die Neubaustrategie der WBM setzt nicht nur in der Mollstraße auf modernen Wohnraum mit sozialer Verantwortung und nimmt 2026 Friedrichshain und Mitte in den Blick.

Neue Perspektiven für den Stadtraum 

In der Mollstraße herrscht ein Kommen und Gehen. Vieles ist im Umbruch. Die Gegend bekommt derzeit gewissermaßen ein Update. Gebäude aus DDR-Zeiten prägen zwar weiterhin das Bild, doch hier und da werden sie auch ersetzt. Es entstehen neue Ideen für den Stadtraum. So wich zuletzt ein ehemaliges DDR-Apartmenthaus einem Neubauprojekt. Und auch die WBM steht mit einem Wohnungsneubau in den Startlöchern. Nach dem Bauprojekt im Barnimkiez mit Fokus auf Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Innovation, sollen nun auch in der Mollstraße moderne Wohnungen für Berlin entstehen. Dabei rücken Freiflächen und mehr Lebensraum in den Fokus. Insgesamt acht Neubauvorhaben hat die WBM für 2026 geplant. Ein Neubau in der Berolinastraße mit queerem Wohnprojekt in direkter Nähe wurde bereits fertiggestellt.

Bis 2034 investieren wir insgesamt 3,3 Milliarden Euro – das bedeutet ganz konkret: Jeden Tag fließen rund eine Million Euro in neuen und bestehenden Wohnraum in Berlin. Aus diesen Investitionen entstehen Schritt für Schritt neue Wohnungen, neue Quartiere und ein Stück Stadt, das jeden Tag weiterwächst.
Lars Dormeyer, Geschäftsführer der WBM

Mehr Grün statt versiegelter Fläche 

In der Mollstraße soll der Neubau nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch einen lebenswerten Alltag für die Menschen ermöglichen, die hier leben werden. So wenig Fläche wie möglich soll dabei versiegelt werden. Wege beschränken sich auf das Notwendige, während der Großteil der Freiflächen begrünt wird. Besonders sichtbar wird das auf den Dächern. Sowohl das Wohnhaus als auch die sichtbaren Wände des Garagendachs werden vollständig bepflanzt. So wird eine harmonische Einbindung in der Umfeld erreicht.

Was früher oft ungenutzt blieb, wird hier zur zusätzlichen Grünfläche. Zwei großzügige Spielflächen für die kleinen Bewohner und Fahrradstellplätze  runden das Konzept ab. 

Ein Spaten mit einem glänzenden, silbernen Blatt liegt auf einem Stück Holz und ist von Erde und Sand umgeben. Auf dem Spatenblatt sind die Logos „WBM.“ und „B&O BAU“ eingraviert, gefolgt von der Adresse „Mollstraße hinter 22, 10249 Berlin“ und dem Anlass „Spatenstich 29.04.2026“.
Der Baustart in der Mollstraße ist auch der Auftakt für weitere sieben Neubauprojekte in 2026.
Fünf Männer in Anzügen stehen auf einer Baustelle. Vier von ihnen halten Spaten, einer hält einen weißen Bauhelm und Baupläne. Im Hintergrund steht ein großes Schild mit der Aufschrift „NEUBAU EINES WOHNHOCHHAUSES MOLLSTRASSE“ und einer Visualisierung des zukünftigen Gebäudes. Weiter hinten sind hohe Bäume und ein Bagger zu sehen, sowie ein blaues Banner mit dem Logo der WBM.
Von links nach rechts: Peter Münn (Geschäftsführung B&O Bau und Gebäudetechnik GmbH & Co. KG), Lars Dormeyer (Geschäftsführer WBM), Christian Gaebler (Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen), Steffen Helbig (Geschäftsführer WBM), Frank Ronkartz (Geschäftsführung B&O Bau und Gebäudetechnik GmbH & Co. KG).
Ein Spaten mit einer Inschrift liegt auf Sand in einem Holzrahmen. Daneben liegen ein weißer Bauhelm, ein kleiner grüner Strauch in einem blauen Topf und ein weißes Band mit der Aufschrift „WBM.“.
Der Neubau im Barnimkiez wird auf einer Fläche gebaut, die bisher als Parkplatz genutzt wurde. Insgesamt 84 moderne Wohnungen entstehen hier.

Eine Straße, die bleibt und sich doch verändert 

Die Mollstraße war nie eine stille Nebenstraße. Sie war Verkehrsader, Pressestandort, Wohnquartier. Auch heute ist sie noch vieles auf einmal. Neue Gebäude kommen hinzu, alte bleiben. Das macht die Mollstraße aus. Sie erfindet sich neu, ohne zu vergessen, was sie war.

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