Stadt machen

LiMa Wohnhof Berlin

Der LiMa Wohnhof in Berlin ist ein besonderes Wohnhaus. Zusammen mit dem Architekten Hermann Hertzberger entsteht ein experimentelles Selbstbauprojekt, in dem die zukünftigen Mieter*innen ihre Wohnungen selbst ausbauen. Wir werfen einen Blick hinein.

Blick in einen begrünten Innenhof umringt von modernen Wohngebäuden. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau.

Kreuzberger Besonderheit

Mitten in Berlin in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Museum und der Berlinischen Galerie, begegnet uns ein besonderes Wohnprojekt. Der LiMa Wohnhof in der Markgrafenstraße Ecke Lindenstraße ist nicht nur für Architekturfans einen Besuch wert. Wir statten dem denkmalgeschützten Bauwerk in Kreuzberg einen Besuch ab.

Blick von der Straße auf ein helles modernes Wohnhaus im Grünen.
Der Blick von außen auf den LiMa Wohnhof kann sich ebenso sehen lassen ...
Blick in einen begrünten Innenhof in dem mehrere Bäume stehen.
... wie der begrünte Innenhof.
Blick aus einem Innenraum durch ein großes Fenster mit Glasbausteinen in einen begrünten Innenhof.
Auch innerhalb der Gebäude gibt es stets einen freien Blick ins Grüne.

Ein ganz besonderes Wohnprojekt

Das Wohnprojekt LiMa entstand 1984 bis 1986 im Auftrag der Internationalen Bauausstellung Berlin. Der niederländische Architekt Herman Hertzberger setzte im Projekt auf Mitbestimmung und Selbstbau: Die zukünftigen Bewohner*innen sollten ihre Wohnungen selbst ausbauen und gestalten – und konnten so langfristig die Mieten senken. Besonders auffällig sind dabei die großflächig verbauten Fensterfronten, die die Wohnungen von den typischen Bauten dieser Zeit unterscheiden. Außerdem gehören zum Wohnhof ein selbst gestalteter Innengarten mit zahlreichen Pflanzen und passende Vorgärten, die die Gebäude auch von außen mit der Natur verbinden. Unterstützt wurde das Projekt von den Berliner Architekt*innen Inken und Hinrich Baller. Insgesamt entstanden 48 Sozialwohnungen.

Seit 2018 gehört der LiMa Wohnhof zum Bestand der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH. 

Wir sollten keine Architektur schaffen, die die Menschen zur Kommunikation zwingt, also sollten wir genug Schutz voreinander schaffen, um die Menschen nicht zur Kommunikation zu zwingen. Aber wir sollten die Menschen auch nicht dazu zwingen, nicht zu kommunizieren und das ist der Punkt. Ihre eigene Entscheidung zu treffen, Bedingungen zu schaffen, ihr Gebäude so zu organisieren, dass die Menschen die Wahl haben, dieses oder jenes zu tun, allein zu sein oder mit den anderen zusammen zu sein, je nachdem wie meine Situation gerade ist.
Herman Hertzberger – Architekt LiMa Wohnhof, Transkript: Vorlesung vom 9. Dezember 1987; Quelle: AA school of Architecture

Gemeinsam für den Wohnhof

In den letzten Jahren hat sich im Wohnhof so manches verändert, neue Herausforderungen entstehen. Um sich für den Erhalt des viel besuchten Wohnhofs einzusetzen, hat sich 2016 eine Nachbarschaftsinitiative gegründet. So wurde unter anderem ein Antrag für eine Verkehrsberuhigung eingereicht.

Immer einen Besuch wert

Das selbst gestaltete Wohnprojekt ist so sehenswert, dass im Rahmen der Triennale der Moderne Beachtung fand und dort in diesem Jahr zwei Führungen stattfanden. 

Die Triennale der Moderne entstand 2013 aus einer Kooperation der Städte Berlin, Dessau und Weimar. Seitdem wird im Dreijahres-Rhythmus das kulturelle, architektonische und ideengeschichtliche Erbe der Epoche in den Fokus der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt.  Hierbei wird im Vorfeld jeweils ein städteübergreifendes Motto festgelegt, das auch besondere Jubiläen oder Themenjahre berücksichtigen kann. Zusammen mit einigen anderen spannenden Bauwerken in Berlin, lohnt sich ein Besuch der verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Triennale in jedem Fall.  

Wer es nicht mehr schafft bis zum 14. Dezember, dem Festival einen Besuch abzustatten, für den lohnt sich ein Blick ins Archiv. Hier lässt sich eine Menge entdecken, bis es in ein paar Jahren wieder Zeit ist für die nächste Triennale.

Rückansicht des Neubaus an der Bernauer Straße vom Mauerweg aus gesehen
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Blick in einen alten Hinterhof in dem mehrere Bänke und Tische stehen und eine Metallskulptur. An den Hauswänden wächst Efeu.
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Blick auf das Nikolaiviertel: die Sonne scheint und beleuchtet die Häuserfronten des Viertels direkt an der Spree. Der Himmel ist blau und die Farben sind kräftig.
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Nikolaiviertel – ein Viertel mit Geschichte