Wohnungssuche: So vermietet die WBM
Knapper Wohnraum, hunderte Bewerbungen. Hat da jede*r die gleiche Chance? Wer heute bei der WBM eine Wohnung sucht, durchläuft einen Prozess, der Diskriminierung ausschließt und Wohnungen gerecht verteilt. Hier erfahren Sie, wie dieser Prozess abläuft.
Große Nachfrage am Wohnungsmarkt
Eine Wohnung in einer Großstadt wie Berlin zu finden, kann zur Geduldsprobe werden. Angebote sind knapp, die Nachfrage ist riesig. Umso wichtiger ist ein transparentes und faires Verfahren, das allen Interessierten gleiche Chancen bietet. Die WBM hat deshalb ihr Vermietungssystem in den letzten Jahren grundlegend umgestellt und forlaufend optimiert.
Schon gewusst?
Anfang der 2000er standen in Berlin über 5 Prozent aller Wohnungen leer. Heute liegt die Quote bei unter 1 Prozent. Was damals als Überangebot galt, ist heute kaum vorstellbar.
Der gleiche Ausgangspunkt für alle
Wer eine Wohnung bei der WBM sucht, startet immer mit einem konkreten Angebot auf der Website. Am Ende jedes Exposés befindet sich das Bewerbungsformular. Es gibt keine Abkürzungen oder Vormerkungen, alle Interessierten beginnen unter denselben Bedingungen. Damit ist sichergestellt, dass der Prozess fair startet.
Wohnung in Berlin gesucht?
Sie sind noch auf der Suche nach einer passenden Wohnung in Berlin? Dann schauen Sie sich unsere Wohnungsangebote an! Sollten Sie nicht direkt fündig werden, füllen Sie gerne das Online-Formular zum Wohnungsgesuch aus.
Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt
Trotz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) erleben viele Menschen Benachteiligung auf dem Wohnungsmarkt. Besonders betroffen sind Menschen mit Migrationshintergrund: Laut einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes berichten 35 Prozent von rassistischer Diskriminierung in den letzten zehn Jahren. Auch Menschen mit Behinderungen, Ältere, Jüngere mit geringem Einkommen oder Wohnungslose sind betroffen.
Die gute Nachricht: Immer mehr Wohnungsunternehmen und Genossenschaften setzen aktiv Maßnahmen gegen Diskriminierung um.
Ein neues System für die Fairness
Früher lief die Vermietung dezentral: Diejenigen, die sich um die Verwaltung der Häuser kümmerten, vergaben auch die Wohnungen. „Das war ein mögliches Einfallstor für subjektive, möglicherweise vorurteilsgeleitete Vermietungsentscheidungen.“, erklärt Adele Mizrahi, stellvertretende Leiterin der Abteilung Vermietung.
Seit 2016 gibt es deshalb eine zentrale Fachabteilung Vermietung. Und seit 2018 läuft vieles digital ab. Von der Veröffentlichung freier Wohnungen bis zur Selbstauskunft. Valentina Gabriel, Abteilungsleiterin Vermietung, hebt das Ziel hervor: „ungewünschte Einflussnahme auf die Entscheidungsprozesse zum Beispiel durch Beschäftigte und Wohnungssuchende zu verhindern“.
Mehr Einblicke? Hier geht’s zur FAQ!
Sie benötigen Details zum Ablauf der Wohnungsvermittlung, zum Bewerbungsverfahren, zu den nötigen Unterlagen oder haben Fragen zu unseren Neubauprojekten? All das haben wir in unseren häufig gestellten Fragen (FAQ) zur Wohnungssuche und zum Mieten einer Wohnung zusammengefasst.
Digitale Besichtigung und Selbstauskunft
Nach der Online-Bewerbung erhalten Interessierte zunächst eine digitale Wohnungsbesichtigung: eine Fotodokumentation, die zeigt, wie die Wohnung aussieht. Wer weiterhin interessiert ist, füllt anschließend die Selbstauskunft aus. Abgefragt werden Einkommen, Haushaltsgröße, ein möglicher Wohnberechtigungsschein (WBS) und eventuell besondere Zielgruppenspezifika.
Das Vergabetool als Entscheidungshilfe
Hier kommt das interne Vergabetool zum Einsatz. Es prüft die Angaben nach klaren Kriterien:
- Passt die Zimmerzahl zur Haushaltsgröße?
- Liegt das Einkommen im passenden Rahmen?
- Ist ein passender WBS vorhanden (bei WBS-Wohnungen)?
- Zugehörigkeit zu einer besondere Zielgruppe (z.B. Studierende, bestimmte Altersklassen, Rollstuhlnutzende)
„So viel Mühe sich alle geben, niemanden zu bevorzugen – wir sind alle Menschen und das Unterbewusstsein arbeitet trotzdem mit. Das ist jetzt durch das Tool ausgeschaltet“, erklärt Adele Mizrahi. Entscheidungen basieren damit nicht mehr auf Sympathien, sondern auf klaren Regeln. Mizrahi fasst es so zusammen: „Wir vermieten diskriminierungsfrei und fair.“
Das Vergabetool entscheidet, eine neue Nachbarschaft entsteht
Das Vergabetool der WBM sorgt dafür, dass Entscheidungen nach festen, objektiven Regeln getroffen werden, unabhängig von Sympathie oder Bauchgefühl. Dennoch zeigt sich im Alltag, dass hinter jeder Bewerbung eine persönliche Geschichte steckt. Valentina Gabriel erinnert sich zum Beispiel an neue Bewohner*innen, deren größter Wunsch eine echte Nachbarschaft war: „Eine Gemeinschaft, in der man sich auch mal nach Mehl oder Eiern erkundigen kann.“ Solche Wünsche sind zwar im Tool nicht abbildbar, zeigen aber, was Wohnen für viele Menschen wirklich bedeutet.
Bewegung im Bestand
Nicht nur neue Bewerbungen bringen Dynamik. Auch im Bestand verändert sich einiges: Über das gemeinsame Wohnungstauschportal der landeseigenen Gesellschaften können Mietende ihre Wohnungen tauschen. Wer sich verkleinert, schafft Platz für Familien, die wachsen, deshalb gibt es für Verkleinerungswillige ein gezieltes Angebot. Dieses Prinzip entlastet den Wohnungsmarkt und macht die Nutzung des Bestands solidarischer.
So laufen Besichtigungen und Vertragsunterzeichnung ab
Nach der Vorauswahl durch das Tool lädt die WBM zu Besichtigungen vor Ort ein. Erst hier zeigt sich, ob eine Wohnung wirklich passt: Licht, Schnitt und Lage lassen sich nur im persönlichen Eindruck beurteilen. Wer überzeugt ist, reicht die vollständigen Unterlagen ein. Erst danach fällt die endgültige Entscheidung.
Der Prozess endet mit der Schlüsselübergabe. Für die neuen Mieter*innen ist es der Beginn eines neuen Kapitels.
Entlastung für alle Seiten
Auch für die Beschäftigten in der Vermietung hat sich der digitale Prozess bewährt. Entscheidungen müssen nicht mehr ständig hinterfragt werden, Vorwürfe wegen Beeinflussung laufen ins Leere. Es entlastet auch die Mitarbeitenden, dass sie nicht mehr unzählige Dokumente prüfen und Schicksale gegeneinander abwägen müssen.
Fairer Prozess, echte Geschichten
Auch kreative Bewerbungen erreichen die WBM, allerdings erst nach der Entscheidung durch das Vergabetool. Familien schicken lustige Fotos oder Bilder ihrer aktuellen Wohnsituation, um ihre Lage zu verdeutlichen, erzählt Gabriel. Für die Vergabe spielen diese Gesten keine Rolle, doch sie zeigen, wie viel Hoffnung und Herzblut viele Menschen in ihre Suche stecken.
Durchhalten lohnt sich
Keine Frage, der Berliner Wohnungsmarkt ist ganz besonders hart umkämpft. Zwischen hunderten Bewerbungen und wenigen Angeboten ist es leicht, die Hoffnung zu verlieren. Doch genau davor warnt Valentina Gabriel. Sie empfiehlt: „Die Hoffnung nicht aufgeben und gezielt geeignete Angebote anfragen.“
Ihr Tipp richtet sich vor allem an Menschen, die nach mehreren Absagen entmutigt sind. Erfolg habe oft weniger mit Glück zu tun als mit einer klugen Strategie: Wer sich konsequent auf passende Wohnungen bewirbt, flexibel bleibt, seine Unterlagen stets parat hat und die Angebote regelmäßig prüft, erhöht seine Chancen erheblich. Die Erfahrung zeigt: Geduld und Ausdauer führen häufiger zum Ziel, als viele anfangs glauben.