Grüne Höfe: Mietergärten für blühende Quartiere
Mehr Natur im Alltag, mehr Gemeinschaft im Kiez: Mit dem Projekt „Grüne Höfe“ schaffen Mieter*innen gemeinsam mit der WBM seit vielen Jahren grüne Oasen direkt vor der Haustür.
Tomaten ranken, Bienen summen, Nachbar*innen kommen ins Gespräch: Was mit Pilotflächen begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil vieler Quartiere geworden. 51 Höfe wurden bereits im Rahmen des Projekts „Grüne Höfe“ in Berlin gemeinsam von Mieter*innen gestaltet, bepflanzt und mit Leben gefüllt.
Für alle mit dem „grünen Daumen“
Ob bunte Blumenbeete, Hochbeete für Gemüse oder eine kleine Kräuterecke: Die Mieter*innen übernehmen die Verantwortung für die Gartengestaltung. Oft kommen dabei Dinge zum Einsatz, die ein zweites Leben geschenkt bekommen: recyceltes Holz, altes Werkzeug, Ableger aus dem Bekanntenkreis. Die WBM unterstützt, wo nötig, mit Material, Werkzeug, Know-how und übernimmt die Kosten für Gießwasser. Den Rest erledigt das Gartenteam selbst – Schritt für Schritt, Beet für Beet.
Alle Projekte, an denen ich bisher beteiligt war, haben ihre Besonderheiten und sind alle auf ihre Art Highlights.
Wenn es summt und blüht
Besonders lebendig wird es dort, wo Blühwiesen wachsen. Statt kurz geschnittenem Rasen stehen dort Wildblumen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Insekten und Vögeln Nahrung bieten. Sie brauchen weniger Pflege, weniger Wasser und bringen dafür umso mehr Leben in den Hof.
Begegnungen am Gartenzaun
Die Gärten liegen meist verborgen in den Innenhöfen der Häuser. Und doch sind sie sichtbar: Schilder weisen auf sie hin und wer hier vorbeikommt, bleibt vielleicht stehen. Nicht selten ergeben sich Gespräche über den Zaun hinweg – über Pflanzen, über Ideen und über das, was hier entstanden ist.
Was wirklich wächst
Am Ende sind es nicht nur Kräuter, Blumen oder verschiedene Gemüsesorten, die in den Höfen wachsen. Es sind oft auch die Beziehungen zwischen den Bewohnenden, ein Gefühl von Gemeinschaft und eine kleine grüne Oase, die eine Pause vom Berliner Großstadttrubel bietet.
Ich merke, dass solche Aktionen gerade auch etwas leisten, was anderswo immer seltener wird: Man begegnet den Menschen, mit denen man die Hauswand teilt, mal außerhalb des Treppenhauses.
Neues Grün für die Modersohnstraße
Wie aus einer Idee ein konkretes Projekt wird, zeigt der Hof in der Modersohnstraße: Gemeinsam mit Mieter*innen entstand im vergangenen Jahr ein Konzept, das im Rahmen des Forschungsprojekts HEBEDI begleitet wird. Ein erster Teil konnte bereits bei einer Pflanzaktion umgesetzt werden – mit tatkräftiger Unterstützung der Bewohner*innen und des Mieterbeirats. Die große Beteiligung zeigt, dass das Projekt Anklang findet. Als nächster Schritt sind unter anderem Hochbeete geplant.
Die Fläche zwischen Bestandsbauten und einem Neubau der WBM soll künftig auch das Miteinander stärken – etwa durch gemeinschaftlich nutzbare Pflanzungen wie Johannisbeersträucher.
Hobbygärtner*innen gesucht – Mitmachen beim Forschungsprojekt
Im Rahmen des Forschungsprojekts HEBEDI der Uni Heidelberg werden Mieter*innen gesucht, die sich bei einem Gemeinschaftsgarten beteiligen wollen. Das Ziel: ein besseres Verständnis für die Auswirkungen von Gemeinschaftsgärten auf die psychische und physische Gesundheit der Anwohner*innen.
Der Weg zum eigenen Garten
Voraussetzung für einen Grünen Hof ist, dass die Grünfläche zum WBM-Bestand gehört und direkt am Haus gelegen ist. Und die Initiative von WBM-Mieter*innen: Wer eine Fläche im direkten Wohnumfeld gestalten möchte, kann sich an die Quartiersbetreuung, den oder die Hausmeister*in oder das Sozialmanagement wenden. In einem ersten Gespräch werden Ideen gesammelt, anschließend wird die Fläche gemeinsam vor Ort besichtigt und geprüft, was möglich ist. Danach stimmen die beteiligten Abteilungen die Umsetzung intern ab und schließen mit dem Gartenteam eine Vereinbarung. Gärtnerisches Vorwissen ist dabei nicht nötig – entscheidend sind vor allem Interesse, Engagement und der Wunsch, gemeinsam etwas im eigenen Quartier wachsen zu lassen.



